Anti-Aging

Zauberformel für ewige Jugend?

Gesund und vital im Alter – wer träumt nicht davon? Ernährung, Hormone, Bewegung, die Psyche – all das spielt eine große Rolle, wenn man von einem gesunden, langen Leben träumt. Diese Komponenten werden unter dem Schlagwort „Anti-Aging” zusammengefasst. Anti-Aging ist jedoch keine Zauberformel, sondern ein in sich schlüssiges Konzept, das aus verschiedenen Bausteinen besteht.

Gesunde Ernährung mit Antioxidantien

Die Ernährung sollte reich an Vitaminen, Vital- und Mikronährstoffen sein sowie viel ungesättigte Fettsäuren und Ballaststoffe enthalten. Um jung und gesund zu bleiben, benötigt der Körper Antioxidantien wie Vitamin A, C und E. Vitamin A ist u.a. in Kohlsorten und Olivenöl enthalten. Es stärkt die Sehkraft und bekämpft Freie Radikale. Als wichtigster Anti-Aging- Baustein gilt Vitamin C. Es stärkt Immunabwehr und Nervenkostüm, außerdem sorgt es für eine bessere Kollagenbildung im Bindegewebe. Vitamin C-Quellen sind Paprika und alle Zitrusfrüchte. Vitamin E wiederum ist in pflanzlichen ungesättigten Ölen wie Oliven- oder Weizenkeimöl enthalten. Es schützt vor Herz-Kreislauf- Erkrankungen sowie der gefürchteten Arterien-Verkalkung. Es gibt noch eine Reihe von wasserlöslichen Vitaminen und vitaminähnlichen Substanzen, die unter dem Begriff Vitamin-B- Komplex zusammengefasst werden. Diese Vitamine sind an vielen wichtigen Stoffwechsel-Vorgängen beteiligt. Lieferanten sind Milchprodukte und Vollkorngetreide.

Mikronährstoffe als Mehrzweckwaffe

Neben den Vitaminen gehören auch Mikronährstoffe zur Anti-Aging- Ernährung. Dabei sorgen z.B. Carnithin, eine Aminosäure, die der Körper selbst aus rotem Fleisch herstellt, und das Eiweiß Kreatin für eine leistungsfähige Muskulatur. Das Coencym Q10, das in Leber, Fleisch, Vollkornprodukten und einigen Ölen enthalten ist, wirkt Blutdruck senkend und stabilisiert den Herzschlag. Auch Algen gehören auf den Tisch. So gilt die Spirulina-Alge als Anti-Aging Turbo, weil sie den Energie- Stoffwechsel verbessert und entgiftende Wirkung hat.

Bewegung hält lange jung

Gemäßigter Ausdauersport stärkt nachweislich das Herz-Kreislauf- sowie das Immunsystem. Außerdem wird die Muskulatur gekräftigt. Dabei gilt: Bloß nicht übertreiben! Langsam, aber ausdauernd heißt die Devise. Und das fängt schon im Alltag an. Nehmen Sie die Treppe statt den Aufzug, lassen Sie einfach mal das Auto stehen und machen Sie einen längeren Spaziergang. Schon wer täglich 20 Minuten spazieren geht, kann sein Herzinfarkt-Risiko in etwa 20 Wochen zwischen 15 und 30 % verringern. Dabei ist ein Verbrauch zwischen 1.500 und 3.500 Kalorien pro Woche ausschlaggebend. Für alle, die längere Zeit keinen Sport betrieben haben, heißt es: einen ärztlichen Check machen und dann langsam anfangen. 
Im Normalfall sollte der Puls 220 minus Lebensalter nicht übersteigen. Damit das Training etwas bringt, sollten Sie 65 % von dieser Marke erreichen, also 143 minus Lebensalter, und um sich vor Überlastung zu schützen, höchstens 85 % bzw. 187 minus Lebensalter.

Hormone1 für ewige Jugend?

Unser Hormonhaushalt erreicht mit etwa 25 Jahren seinen Höhepunkt, fällt danach allmählich ab. Hormonmangel macht die Haut schlaff, die Muskelmasse schrumpft zugunsten von Fett. Um dem vorzubeugen, schwören viele auf Hormone wie DHEA, Testosteron, Östrogen oder Melatonin. DHEA z.B. aktiviert die Stoffwechselfunktionen und kurbelt das Immunsystem an. Wachstumshormone verbessern die Blutfettwerte und wirken Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegen. Für Männer gilt: Ein Mangel am Geschlechtshormon Testosteron bewirkt Schlafstörungen, Erektionsprobleme, Verstimmungen und Gewichtszunahme. Bei Frauen können Östrogen-Tabletten, Injektionen oder Pflaster für einen ausgeglichenen Östrogenspiegel sorgen. Ein Mangel an diesem Hormon äußert sich u.a. durch Hitzewallungen, Leistungsminderung, depressive Verstimmungen und Abbau der Knochenmasse. Wenn Hormone verabreicht werden, bessern sich die genannten Symptome. Nachteil: Die Hormone müssen permanent eingenommen werden, sobald man sie absetzt, sinkt der Hormonspiegel im Blut wieder ab. Hormone dürfen nur unter strenger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden! Es gibt aber auch Methoden, um den Körper selbst zur Hormonproduktion anzuregen.

Länger jung dank elastischer Gefäße

Schützen Sie Ihre Arterien vor dem Altern, denn verkalkte Arterien können Gehirnschläge oder Herzinfarkte verursachen. Der ärgste Feind der Arterien ist ein zu hoher Blutdruck. Optimal ist ein Wert von etwa 115/75. Auch Verklumpungen des Blutes an den Gefäßwänden sorgen für schnelles Altern. Denn dadurch lagert sich Fett ab und führt zur gefürchteten Arteriosklerose. Viele Mediziner schwören auf Aspirin, da der Wirkstoff Acetylsalicylsäure das Blut dünn hält und somit eine Verklumpung verhindern kann. Ganz wichtig für die Vermeidung der Arteriosklerose ist auch eine frische, ausgewogene Kost mit möglichst wenig Fett. Dabei spielt der Cholesterinwert eine wichtige Rolle. Auch wichtig: Stress vermeiden, so gut es eben geht. Wer viel Stress hat, dessen Gefäßwände können sich entzünden, sie schwellen an. Dadurch fließt das Blut nicht mehr richtig, die Organe werden nicht mehr mit genügend Sauerstoff versorgt.

Gesunde Psyche

Dass Körper und Psyche eine Einheit bilden, ist hinlänglich bekannt. Nur körperliche Krankheiten zu heilen, ohne dabei den Zustand der Seele zu betrachten, ist fahrlässig. Denn die Psyche hat einen großen Einfluss auf unser Wohlergehen – und auch auf unser Alter. Das Buch “Psycho Anti-Aging” liefert wertvolle Anregungen, um mit negativen Gedanken und Energieräubern umzugehen. Menschen, die uns nicht guttun, lassen uns schneller altern, als uns lieb ist. Schlechte Gewohnheiten, kräftezehrende Handlungen tun ihr Übriges. Anti-Aging-Komponenten der Seele sind hingegen: ein Arbeitsplatz, der Freude bereitet, Menschen, die positiv auf uns wirken, die uns “gut tun”, konstruktive Gefühle und Gedanken, ein harmonischer Freundes- und Bekanntenkreis, Verständnis vom Partner und von den Kindern. Auch sehr wichtig: Vermeiden Sie Handlungen, die Sie nur deshalb begehen, weil es die anderen so erwarten.

Schlaf und Entspannungstechniken

Überlastung und Stress fördern auch die Bildung freier Radikale und schwächen das Immunsystem. Mit ausreichend Schlaf und ausgewählten Entspannungstechniken kann man diesen Alterungs- Katalysatoren entgegenwirken. Viele unterschiedliche Methoden, wie Autogenes Training, Meditation, das Biofeedback-Verfahren oder die Stereo-Tiefensuggestion, helfen, den angespannten Körper und gestressten Geist zu entspannen. Die Methode der progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen z.B. ist einfach zu lernen und man benötigt keinerlei Hilfsmittel. Verschiedene Muskelgruppen werden dabei kurzzeitig angespannt und danach für längere Zeit entspannt. Man beginnt mit den Händen und arbeitet sich partienweise durch den Körper bis zu den Beinen. Der Einsatz von pflanzlichen Arzneimitteln, den Phytopharmaka, ist eine weitere Möglichkeit der Stressreduzierung. Ein altbewährtes Mittel zur Besänftigung gereizter Nerven und zur Schlafförderung sind Baldrianzubereitungen. Baldrian wirkt beruhigend auf das zentrale Nervensystem und kann so nervöse Erschöpfungs- und Überarbeitungszustände auf schonende Art und Weise beheben.

Bestimmen Sie Ihr biologisches Alter

In vielen Büchern gibt es breit angelegte Tests, mit denen man sein bio-logisches Alter bestimmen kann. Diese Tests umfassen Fragen nach sportlicher Aktivität, der Ernährung, nach Krankheiten des Körpers und der Psyche, etc. Die Tests in Büchern sind als Selbst-Check zu empfehlen, fragen Sie aber auch Ihren Arzt nach seinen Möglichkeiten, solche Altersbestimmungen durchzuführen.

Mit ausreichend Schlaf und Entspannungstechniken kann man den Alterungsfaktoren „Überlastung“ und „Stress“ entgegenwirken.

10 goldene Anti-Aging-Regeln

  1. Ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse.
  2.  Moderater Sport: langsam, aber regelmäßig walken, radfahren oder joggen.
  3. Familie und Freunde stärken die Psyche. Umgeben Sie sich mit Menschen, die Ihnen gut tun.
  4. Vermeiden Sie Stress: Lang anhaltender Stress, z.B. in der Ehe, in der Familie oder im Job, zehrt an den Kräften und lässt uns schneller altern. Stresskiller sind z.B. autogenes Training, Kürzertreten im Job, wohltuende Aussprachen im Familienkreis. Auch zwei bis drei Kurzurlaube im Jahr wirken stresslindernd.
  5. Schlaf macht schön. Ausreichender und erholsamer Schlaf hilft dem Körper, sich zu regenerieren. Wer nicht gut einschläft, sollte einen Abendspaziergang machen.
  6. Neugierig sein: Wer offen für Neues ist, bleibt geistig lange jung. Lernen Sie eine neue Sprache, eine neue Sportart, gehen Sie auf fremde Menschen zu.
  7. Übergewicht abbauen: Auf Dauer schädigt Übergewicht Knochen und Organe.
  8. Optimismus: Wer voller positiver Gedanken durch das Leben geht, strahlt Gelassenheit und Heiterkeit aus. Und wirkt gleich viele Jahre jünger!
  9. Liebe, viele Streicheleinheiten und eine erfüllte Sexualität sorgen dafür, dass man lange vital bleibt.
  10. Trinken, trinken und nochmals trinken. Wer viel trinkt – möglichst Wasser oder Säfte, zwischen zwei und drei Litern am Tag wäre optimal – hält die Zellen gesund und entschlackt auf natürliche Weise.

Erklärungen

  1. Hormone steuern viele Funktionen im Körper - wie z.B. Stoffwechsel, Immunabwehr, Zell- und Muskelwachstum, Aufrechterhaltung des seelischen Gleichgewichts u.v.m.. Ein ausgeglichener Hormonspiegel ist somit ein bedeutender Anti-Aging- Faktor.
  2. Freie Radikale sind Verbindungen, die beim Stoffwechsel entstehen. Grundsätzlich ist der Körper im Stande, diese hochreaktiven Substanzen über eigene Abwehrmechanismen unschädlich zu machen. Bei einer Überproduktion greifen diese aber Zellen und Gewebe an und verursachen dort meist irreparable Schäden. Der Körper beginnt dadurch schneller zu altern. Eine Überproduktion der freien Radikale kann u.a. durch erhöhte Strahlenbelastung (Sonnenbäder), Operationen, aktives und passives Rauchen, Übergewicht und Nahrungsmittel, die durch Umweltverschmutzung belastet sind, ausgelöst werden.
  3. Das Coencym Q10 ist die Vorstufe eines Enzyms und erfüllt zwei wichtige Funktionen. Zum einen beschleunigt es die Energiegewinnung der Zellen, zum anderen verhindert es als Antioxidans die Überproduktion von freien Radikalen. Coenzym Q10 kann vom Körper selbst gebildet werden, wenn er genügend Vitamin B und C zur Verfügung hat.
  4. Kreatin ist eine Aminosäure, die vorwiegend in Fleisch und Fisch vorkommt. Beim Energiestoffwechsel des Körpers erfüllt es eine wichtige Aufgabe als schnell verfügbare Energiequelle im Muskelgewebe. Kreatin schützt ferner vor Schädigungen der Hirn- und Nervenzellen, die durch Sauerstoffmangel und freie Radikale hervorgerufen werden können.
  5. DHEA (Dehydroepiandrosteron) ist ein Hormon, das in den Nebennieren produziert wird und die Bildung anderer Hormone wie Testosteron und Östrogen fördert. DHEA wird immer dann aktiviert, wenn der Stress zu groß wird. Dieses Hormon ist der Gegenspieler des Stresshormons Cortison.
  6. Melatonin ist ein Hormon, das biologische Rhythmen, u.a. den Wach-Schlaf-Rhythmus reguliert. Melatonin wird ausgeschüttet, wenn der Körper Ruhe braucht, um Reparationen durchzuführen. Dieses Hormon kann schädliche körpereigene Stoffwechselprodukte (freie Sauerstoffradikale) neutralisieren und beugt dadurch vorzeitigem Altern vor.
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